Das Rezept zum Bladl-Sonntag

20160703_130731~2Am Sonntag geht’s bei uns auf der Jagglhütte jetzt immer heiß her. Und zwar deshalb, weil das Fett für die Bladl richtig hohe Temperaturen braucht, um die Teigtaschen schön luftig und knusprig zu machen. Das ist eigentlich schon der wichtigste Punkt, um die Bladl gelingen zu lassen. Was sonst noch zu beachten sind, und – für die „Bladl-Beginner“ – was Bladl überhaupt sind, verraten wir euch hier.

Bei Bladl handelt es sich um eine Pinzgauer Traditionsspeise, die vor allem früher in der bäuerlichen Küche oft auf den Tisch kam. Bladl sind Teigtaschen aus Weißroggenmehl, die in Fett gebacken werden, vergleichbar mit Krapfen, Südtiroler Tirtlan und im weitesten auch mit indischen Samosas und anderen gebackenen Teigtaschen, die es weltweit gibt. Pinzgauer Bladl werden mit einer Erdpäfel-Speckfülle und Sauerkraut, „leer“ mit Kohlrabigemüse oder süß mit Granggn (Preiselbeeren) serviert – so zumindest bei der Oma im Gerlingerwirt, die bekannt für ihre Bladl ist und sie auch jetzt als 86-Jährige noch leidenschaftlich gerne zubereitet.

Das Rezept für die Pingauer Bladl ist eigentlich recht einfach, zumindest was die Zutaten angeht. Die Teigzubereitung und das Herausbacken benötigen dann doch einiges an Übung und ein paar wichtige Tipps:

Bladl-Rezept nach der Gerlinger Oma

Zutaten für 20 Bladl

  • 750 g Weißroggenmehl (gibt es zB im Saalfeldner Lagerhaus)
  • 3/8 l Wasser
  • 25 g Butter
  • Prise Salz
  • Fett zum Frittieren

Küchenutensilien: Nudelwalker, Plastiksackerl, Schüsseln und Waage zum Teig vorbereiten, Töpfe zum Wasser erhitzen und frittieren, Teigradl (ev.)

Und so geht’s:

Teig vor- und zubereiten
Das Mehl salzen, einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und davon ganz genau 3/8 l Wasser abmessen. 25 g Butter ins siedende Wasser und aufsieden, bis die Butter ganz geschmolzen ist. „Butterwasser“ in das gesalzene Mehl leeren.

Kneten
Den Teig solange intensiv kneten, bis kein Mehl mehr auf der Arbeitsfläche ist.Anschließend in ein Plastiksackerl geben, außer er wird sofort weiterverarbeitet.

Teig teilen und auswalken
Gekneteten Teig zu einer Rolle formen und von dieser mit einem Hackl 20 Scheiben abstechen (zuerst halbieren, dann je 10 Scheibchen schneiden). Eine Scheibe mit der Unterseite ins Mehl tauchen, auf die 2. Scheibe aufsetzen. Mit den Fingern ummanteln und zu kreisförmigen Scheiben schleifen. Mit den Handflächen von oben festdrücken, obere Scheibe umdrehen. Mit den weiteren Teigstücken gleich verfahren und so 2 Staffl von je 10 Teiglingen bauen. Schnell in Plastiksackerl verpacken, damit nichts austrocknet. Daraus dann ovale Fladen auswalken und auf einem Blech kühl aufbewahren (10erStaffei).

Füllen
Vorbereitete, kühle Fülle auf den Bladl geben (ca. 1 Esslöffel), zusammenklappen und die Ränder mit dem Teigradl festdrücken. Leere Bladl werden einfach mit dem Hackl halbiert. Wichtig: Die „wartenden“ Bladl immer gut abgedeckt lassen!

Backen
Fett erhitzen, bis es die grechte Hitze hat. (Zeichen: Deckel nicht mehr angreifbar, keine Schlieren im Fett). Bladl ins heiße Fett gleiten lassen, gut untertauchen, mit Fett von oben benetzen, einmal umdrehen, raus, fertig.

(Erdäpfel-Speck-Fülle: Zwiebel anrösten, klein geschnittene Speckwürfel mitbraten, Kartoffeln dazureiben, mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken.)

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

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